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KI ist ein emotional extrem aufgeladenes Thema - und das natürlich völlig berechtigt. Die aktuellen Lernsets aller großen LLMs basieren, so wie viele andere von Big Tech geschaffenen Produkte, schlicht und ergreifend auf Diebstahl. Was interessieren die halt auch Copyrights (außer natürlich sie sind selbst betroffen) oder irgendwie monetäre Verluste (außer natürlich sie sind selbst betroffen).

Bücher, Bilder, Musik, Texte, Code. Alles, was irgendwie öffentlich sichtbar war, wurde eingesaugt wie von einem schwarzen Loch. Momentan wird das Inventar von Antiquitätenläden komplett aufgekauft und antike Bücher zerschnitten, eingescannt und anschließend zerstört. Und ich glaube, man muss kein Genie sein, um zu erkennen, dass das einfach ein Riesen-Haufen abartiger Pferdescheiße ist.

Die "Großen" haben uns schon immer bestohlen. AGBs, in denen wir zustimmen, dass alles, was wir teilen, zu ihrem Eigentum wird. Unsere restlichen Daten. Profilfotos, Beiträge, Standorte. Ob wir wollten oder nicht. Egal ob Trackingfunktionen an oder aus sind. Da ist das also nicht verwunderlich, dass das immer eine Stufe höher geht, bis sie mal einen Riegel davor geschoben bekommen.

Aber diesmal … diesmal haben sie einen Fehler gemacht. Sie haben uns das alles nämlich zurückgegeben. Mit Gewinnabsicht (was niemals funktionieren wird), aber nicht mit der Absicht, dass wir sie damit ganz schnell wieder zerficken.

KI hat in der Kunst nichts verloren

Man muss natürlich sagen: KI kann keine Kunst. Leute, wir sehen das. Es gibt immer Anhaltspunkte. Unfähige Menschen werden einem bei einem gewissen Skill natürlich immer KI-Nutzung vorwerfen - und das merkt man vor allem daran, dass inzwischen Menschen wieder steinalte Videos ausgraben und fragen "Ist das KI!?!?!?" und es daraufhin Leute gibt, welche die fadenscheinigsten Gründe im Video finden, warum das AUF JEDEN FALL KI ist.

Solche Leute nennt man n00bs und wir sollten sie bestenfalls ignorieren.

Und wer KI für Kunst nutzen will macht etwas falsch. Okay, vielleicht privat zum Ideen holen. Das ist das nichts anderes, als sich Referenzen anzuschauen oder anzuhören (außer, dass es deutlich schädlicher für die Umwelt ist, aber wen interessiert denn schon unser unersetzbarer Lebensraum?). KI Texte lesen sich komisch glatt poliert. So schreibt am Ende des Tages fast niemand (und die Leute, die so schreiben, werden von den n00bs natürlich als KI Nutzer verunglimpft). Musik ist überladen, Bilder sind entweder überdetailliert oder haben nicht zum Rest passende Fehler, welche man im Gesamtpaket von einem echten Künstler so nicht vermuten würde.

Kunst muss etwas menschgemachtes sein und Emotionen auslösen. Dabei ist es egal, ob es Liebe, Verwunderung, Abscheu oder sonst was ist. Selbst wenn dein Gefühl ist "So ein Scheiß." ist es valide und hat genau das in dir ausgelöst, was es soll: Eine Emotion.

KI schadet uns in erster Linie

So wie jede andere technische Entdeckung, die wirklich großartiges in unserer Welt vollbringen könnte, sofern man sie denn korrekt entwickelt und nutzt, wird sie natürlich erst mal dazu genutzt, um uns - den ganz normalen Menschen dieser Welt - Schaden zuzufügen. Viele Menschen verlieren ihre Jobs, denn Firmen sind in erster Linie dafür da Geld zu machen. Hauptsächlich für ihre Eigentümer, oder - die wichtigsten Menschen laut einiger Kapitalisten - Investoren und Aktionäre. Kündigt ruhig ein paar tausend Menschen, solange die Aktionäre noch ihre Ausschüttungen und die CEOs ihre Milliarden an Bonuszahlungen erhalten können. Denn wir wissen ja, DAS sind die wichtigen Menschen, die unsere lebens- und gesellschaftserhaltenden Systeme am Laufen halten.

Aber...

Aber jetzt kommt's:
Manche Leute lassen sich nicht einfach so ans Bein pissen. Es gab schon immer enorm viele talentierte Menschen, die ihr Können dafür genutzt haben anderen zu helfen. Je nach Branche hat das halt leider teilweise ewig gedauert. Aber der Gedanke und der Sinn davon - das ist etwas Gutes. Anderen helfen, ohne ihnen Handschellen anzulegen.

Ich bin wahrlich kein Fan von Vibe-Coding, denn die meisten Menschen, die das machen, könnten locker in meinem letzten Beitrag Wir brauchen mehr Gordon Ramsays in der IT unter "unfähige Entwickler" mitgemeint sein. Aber vielen dieser Menschen geht es gar nicht darum, Geld mit dem zu machen, was sie da bauen. Natürlich wird es immer Leute geben, deren einziger Sinn etwas anzufassen darin besteht mit €-Zeichen in den Augen die nächsten paar Cent abzuräumen. Aber Community Tools, Addons, Overlays, entwickelt, weil es sonst keiner tut und dann frei und Open Source für andere bereitstellen?
Da steckt keine böse Absicht dahinter. Das sind Menschen, die anderen helfen wollen. Ich selbst weiß genau was für ein Arsch voll Arbeit dahinter steckt, sich eine Sprache kompetent anzueignen, Architektur zu entwickeln und sich dauerhaft auf dem Laufenden zu halten. Für mich als Softwareentwicklerin ist das leicht - es gehört zu meinem Job.
Aber Vanessa oder Ben, die den ganzen Tag im Hotel arbeiten und Abends gerade nach dem Haushalt noch Zeit haben ne Stunde zu zocken? Ne. Die nicht. Und ich erwarte es auch nicht.
Aber glaubt ihr wirklich Nessa oder Benni setzen sich jetzt hin und lernen Wochen oder Monate was, nur damit sie sich in World of Warcraft über die offizielle Addon API ihr kleines UI Overlay bauen können, das sie eigentlich nur für sich nutzen wollen? Und dann denken sie sich: "Hey, was ist, wenn andere das auch gerne haben mögen?" und stellen es EXTRA für euch bereit? Was glaubt ihr wie das einen niederschmettert, wenn man wirklich nichts Böses im Sinn hatte und einfach helfen wollte und dann kommen so ein paar Arschlöcher und schenken dir links und rechts ein, weil du Slop gecoded hast?

Ich erwarte rein gar nichts von Vibe-Code von Menschen, die es nicht können. Aber für mich zählt häufig auch noch der Gedanke. Und für offizielle APIs, die eine gewisse Absicherung haben, führt das höchstens zu Problemen mit dem Handling des Addons und ein paar Bugs. Nicht zum Weltuntergang.

Achja... ArtCraft

Dann gab es natürlich noch dieses Ereignis:
Jemand war so angepisst von Adobe's Cancellation Fees (ja, eine Gebühr dafür sein Abo zu kündigen. wtf.), dass die Person sich dachte: "Na gut! Dann mach ich meine eigene Adobe Suite mit Koks und Nutten!". Und nun existieren sie (ohne Koks und Nutten). Frei. Gratis. Open Source. Mit einem Haufen Bugs. Aber mit Windows, Mac UND Linux Startern - etwas das es Adobe oder Affinity nie wert war.
Aber nicht nur das: Word, Excel, PowerPoint, AutoCAD, Figma.

Fällt euch was auf? Alles Branchensoftware mit teils richtig miesem Vendor Lock-In und hohen Lizenzgebühren.
Was also, wenn wir uns unser Zeug einfach wieder nehmen?

Power to the People

Klar, alle aktuellen LLMs basieren auf Diebstahl, das habe ich oben genug ausgeführt. Aber lasst uns unser Zeug doch einfach zurückklauen und uns als Gemeinschaft gegenseitig unterstützen. Die klauen unsere Daten? Wir nehmen sie uns zurück und bauen damit Software, um Big Tech mal fett in ihren breitgesessenen Arsch zu treten.

Natürlich ist das alles extrem dreckig. Das streite ich unter keinen Umständen ab.
Aber der Schaden ist bereits angerichtet und wir haben als normale Durchschnittsmenschen normalerweise niemals die Macht etwas dagegen zu tun.
Höchstens kleine Schritte, die aber wie ein Tropfen auf ner heißen Herdplatte wegdampfen, weil in dem Moment Big Tech schon wieder 2908 weitere Sachen verbrochen hat.

Aber warum sollten wir sie damit durchkommen lassen? Einmal haben wir endlich die Macht viele Menschen miteinzubeziehen und ihnen eins auszuwischen - mit ihren eigenen Waffen.

Lasst uns das Zeug nicht nutzen, um uns gegenseitig zu schaden.

Lasst es uns nutzen denen zu Schaden, die uns nur als Mastvieh sehen.